Dienstag, 30. Juni 2015

Kinderbuch-Tipp: MAXIME WILL EIN GESCHWISTER


Erneut halte ich einen Geheimtipp in den Händen. Dieses Mal druckfrisch von den Autorinnen Cai Schmitz-Weicht und Ka Schmitz des Ateliers neundreiviertel.

Worum geht's?
Maxime wünscht sich Geschwister. Mindestens eins, vielleicht auch zwei oder drei. Also werden Mama und Mami gefragt. Die werden schon wissen, wo sie so ein Baby herbekommen. Und nachdem das geklärt wurde, erfährt mensch auch ganz nebenbei, wie das eigentlich so funktioniert: dieses Kinderkriegen.

Montag, 29. Juni 2015

"Rolschurfarnlern" und Drachen-WG

Sommerferien-Planung unter widrigen Umständen

Teil 1

Noch zweieinhalb Wochen.

"Mama, wann sind Sommerferien?" schallt es aus dem Kinderzimmer. Auf meine Antwort wird gar nicht erst gewartet, stattdessen antwortet der Playmobil-Polizist, dass die Ritter aus der Burg geworfen werden müssten. Der Drache hätte nicht genug Platz, seitdem sich in der Drachen-Burg-WG der zweite Drache so breit machen würde.

Mittwoch, 24. Juni 2015

Kinderbuch-Tipp: DIE BUNTE BANDE


DIE BUNTE BANDE - Gemeinsam sind wir stark!


Ich stehe nichts ahnend in Hamburg-Altona im Buchladen, suche einen Stift. Natürlich schaue ich mir, wie nebenbei die Bücher an und wie immer treibt es mich zur Kinderbuch-Ecke. Nach gefühlten tausend Exemplaren von "Conni geht zum Ballett" und "Max lernt reiten" will ich aufgeben. Wieso, frage ich mich, findet sich Diversität und Vielfalt bzw. die tatsächliche Lebenswelt von Kinder so wenig in Kinderbüchern wieder?
Ich drehe mich um, will gehen und entdecke zwischen all den Conni-Büchern doch noch ein Schätzchen, welches mich zu einem spontanen Aufschrei purer Glücksseeligkeit verführt. Die Buchgeschäft-Mitarbeiter*innen schauen irritiert: merkwürdige Frau mit Koffer kichert hysterisch in der Kinderbuch-Ecke.

Was ich in den Händen halte ist ein Kinderbuch für Lese-Anfänger*innen mit dem Titel: die Bunte Bande (Gutberlet/Fuchs, 2015, Carlsen Verlag), unterstützt durch die Aktion Mensch.

Sonntag, 21. Juni 2015

Jungs und Männer Verbot!!! Danke

Neulich, eines Samstag Abends, entdeckte ich folgendes Schild an der Tür gegenüber meines Bürozimmers. „Jungs und Männer Verbot!!! Danke..“ stand darauf. Angefertigt von zwei neunjährigen Mädchen. Vor der Türe standen zur gleichen Zeit ein erwachsener Mann und zwei Jungen. Etwas irritiert sahen sie aus beim Betrachten des Schildes. Aus dem Zimmer riefen währenddessen die zwei Mädchen, dass es eine Scheide bräuchte, um eintreten zu können. Damit wäre das dann wohl auch geklärt gewesen, wie das Schild im Einzelnen zu interpretieren sei….

Stifte, Flipchart & Zeit-Gnome

Wenn Langweile Spaß macht


Es ist Freitag nachmittag. Drei Kinder (6, 7 und 8 Jahre alt) sind gelangweilt.
Perfekt, finde ich..
Perfekt, um zu spinnen, zu erfinden und die Welt zu entdecken.
„Wir wissen nicht, was wir machen sollen“, sagen sie.
„Uns ist langweilig“, meckern sie mich an.
- Wie gesagt: perfekter Start! Ich bleibe dabei!

Was also haben wir im Gepäck? 
Wir haben ein Flipchart mit viel Papier. Wir haben mehrere dicke und dünne Stifte. Und wir haben Zeit. Da das nicht oft vorkommt, dass wir wirklich echte Zeit haben, ohne verabredet zu sein, ohne Schulaufgaben, ohne Termine und Hobbies sind wir einen Moment ratlos… Dann schnappt sich unerwartet ein Kind die herum liegenden Stifte und malt Figuren und Symbole auf das Papier. Bereits nach 2 Minuten wird auch das langweilig. „Ich habe blöd gemalt“, meint sie. „Kunst ist doch doof.“ „Finde ich gar nicht“, antworte ich und verstehe nicht, wieso mein großes Kind plötzlich so wenig Spaß am Zeichnen und Malen hat. Ich beschließe: Das will ich genau wissen! 

Samstag, 13. Juni 2015

"Wege der Beteiligung" - Inklusionsprojekt in der Uckermark

Was geht in Schwedt? - Pädagoginnen entwickeln inklusive Praxis



Ein Inklusionsprojekt in der Uckermark. „In der… wo?“ werden Sie mich vielleicht fragen. - In der UCKERMARK, einem wunderbar schönen und zauberhaft anmutenden Landstrich im Osten Brandenburgs mit vielen Wiesen, Rapsfeldern und Kiefernwäldchen. Klingt das alles für Sie nach Sommerurlaub und Fahrradtour? Ist dort auch möglich. Glauben Sie mir. Oder fragen Sie mal die dort Wohnenden und Tourist*innen. Ist wunderschön in der Uckermark. Ehrlich.

Ist aber nicht der Grund meiner regelmäßigen Ausflüge dorthin. Dreimal war ich dieses Jahr schon in Schwedt, einer der größten Städte im Landkreis. Schwedt/Oder - kennen Sie bestimmt. Hin und wieder medial besprochen - leider immer nicht besonders positiv. 
Dreimal also Uckermark. Immer beruflich. Immer freiberuflich. 

Mittwoch, 10. Juni 2015

"Klär mich auf" - gutes Kinderbuch mit schwierigem Wort

  oder

Wie sehr ein (!) Wort verletzen kann!


Hier, auf meiner eigenen Empfehlungsliste von Kinderbüchern und Materialien, ist ein Kinderbuch zu finden, welches von Kindern formulierte 101 Fragen zum Thema "Liebe und Sexualität" durch die Sexualpädagogin Katharina von der Gathen beantworten lässt. "Klär mich auf" ist der Titel und in der Tat lässt das Buch kaum einen Aspekt aus, wenn es darum geht zu verstehen, was Liebe und Sex ausmacht. Beim Durchlesen des Buches beobachtete ich bisher immer wieder schmunzelnde Erwachsene und auch etwas lautere Lacher, insbesondere durch die Illustrationen von Anke Kuhl. 

Nun wollte ich eigentlich eine durchweg positive Rezension des Buches schreiben. Ich wollte nicht nur auf die wunderbaren kindgerechten Erklärungen hinweisen, sondern auch auf die gelungenen und humoristischen Zeichnungen Anke Kuhls. Selten habe ich bisher ein so vielfältiges und informatives Kinderbuch gelesen, welches sich ohne moralischen Zeigefinger den Themen der Kinder ernsthaft zuwendet. 

Wäre, ja wäre da nicht ein sehr kluges neunjähriges Mädchen, welches mich auf ein einziges Wort in diesem Buch hinwies: "gesund".
Die 85.Frage - Wie kann ein Kind im Bauch behindert werden? - wird folgendermaßen beantwortet:

INKLUSION & PARTIZIPATION im Heidekreis

Resümee der 3. Entwicklungswerkstatt




"Steter Tropfen höhlt den Stein.." - so sagt man doch, wenn es darum geht, dass es kontinuierliches Arbeiten an Inhalten und Themen braucht um (pädagogische) Praxis zu verändern. Immer wieder bekomme ich das Feedback der Kolleg*innen und der Teams, dass es regelmäßige Treffen und anschließende Reflexionsveranstaltungen bräuchte um die Fortbildungsinhalte fest in die Praxis zu implementieren. Oft sind es Wünsche der Pädagog*innen, die ich zwar wahrnehme und höre. Mangelnde Ressourcen lassen eine Umsetzung jedoch oft scheitern. Das frustriert die Teams und motivierten Pädagog*innen. Das frustriert natürlich auch mich.

Umso schöner ist es, dass es der Landkreis Heidekreis in Niedersachsen seit knapp eineinhalb Jahren möglich macht, dass Kolleg*innen unterschiedlichster Institutionen sich treffen, austauschen und gemeinsam ihre Arbeit reflektieren können.